Jungpiraten als berittene Gebirgsmarine zu Fuß

OCR-Saisonauftakt für den Nachwuchs.
Und was für einer: Der Lake Run Winterberg lud anlässlich seines 10jährigen ein zum Sonntagsspazierlauf.

Dabei standen die Youngster im Fokus und dementsprechend musste der letzte offizielle Ferientag mal einer sportlichen Tätigkeit weichen. Seit dem Hang On Run waren zumindest Tommy Lee Fülling und Niels Brendick abstinent, Alexander Meier als künftiger Lizenztrainer (Daumen drücken, der Co-Trainer hat am kommenden Wochenende Prüfung!) hatte sich ja schon sehr erfolgreich dem Winterhell gestellt. Für viele andere wie Maximilian Jung, Lennard Wegge und Tim Brendick war es aber der absolut erste Lauf (Adrian zählt nicht, der muss ja ständig mit Papa ran). Der hatte es auch tatsächlich in sich, wie sich für die Jugendlichen schnell herausstellte. Die junge Läufergemeinschaft der zu Entjungfernden was den OCR Sport angeht trat bereits um 11.00 Uhr den Lauf an, direkt im ersten Block der Acht Kilometerläufer, als Trainer reihte ich mich auf der für mich eher ungewöhnlichen Strecke ein.

Sofort machte sich das lange Training bezahlt – in zügigem Tempo ging es auf die ersten Meter und auch die ersten Hindernisse wurden schnell gemeistert. Dabei war es egal ob es technische oder nichttechnische Hindernisse waren und sogar das eher nasskalte Wetter tat der guten Stimmung keinen Abbruch – ganz um Gegenteil. Sichtlich begeistert konnten sich Trainer und OCR-Paderwane an der von Ingo Schaffranka und seinem Team rund um Lake Run aufgebauten Spielwiese richtig austoben und alles ausprobieren: technisch anspruchsvolle Hindernisse wie das LowRig oder Monkeybar 2.0 bei der im Halbkreis nach oben und unten gehangelt werden musste, und spaßige Hindernisse, wie die Rutsche in eiskaltes Wasser, wurden ausgiebig getestet und für gut befunden.



Bei dem was die kleinen Nachwuchssportler, die regelmäßig jeden Mittwoch genau für dieses Event geschuftet haben, ablieferten kann einem als Trainer nur das Herz aufgehen. Natürlich wurden einige Aufgaben nicht geschafft, aber dann wurden die Strafen, Liegestütze, Burpees oder ähnliches gemacht (und das ordentlicher und akribischer als bei manchem Erwachsenem). Mit einer Zeit über knapp zwei Stunden konnte sich die Truppe im Mittelfeld aller Läufer platzieren. Gemeinsam gestartet, gemeinsam ins Ziel. Toll war, dass uns Marie, Lehrerin in der JVA Werl, auf der Strecke begleitet hat; ein wenig mehr Augen bei einer Hand voll endorphingeladener, hüpfender Kinder ist manchmal schon hilfreich. Auch als Team hat es mehr als gut funktioniert, denn auch in der Teamwertung konnten sich die Jugendarbeit Möhnesee Team PirateDirt Department im Mittelfeld einreihen und blieb damit weit über den selbst gesteckten Erwartungen.



Zwei Stunden nach den ersten Starten gingen dann die „Alten Hasen“ an den Start. Mit Tommy Lee, Niels und Alex standen drei Läufer bereit, die einiges vor hatten – nicht zuletzt ihre gute Form bestätigen. Tommy als bereits qualifizierter Teilnehmer für die Europameisterschaft in Polen wollte die anderen mitziehen, was auch mehr als gut gelang. Unter den Argusaugen von Ewelina Korbal (als mein verlängerter Arm) und Ines Stuckstätte (als Beobachter unseres Sponsoren) ging es für die drei auf die Strecke und wie erwartet gaben die drei richtig Gas. Fast fehlerfrei konnten sie den Parcours von 12 Kilometern mit all den für Winterberg typischen Anstiegen bewältigen und kamen zeitgleich auf das „Battlefield“ wo sich ihnen noch einmal geballt Hindernisse in den Weg warfen.


Dabei konnte sich Alex am Ende leicht von den anderen beiden absetzen, auch wenn es am „Stairway to Heaven“, einer Holztreppe die von unten nach oben und dann wieder anders herum gehangelt werden musste, nicht ganz klappte. Nach unter zwei Stunden war er als 46. der knapp 400 Starter auf dieser Distanz im Ziel, dicht gefolgt von den anderen beiden. Ein unglaublicher Zieleinlauf von den drei Nachwuchsathleten unter den Augen von Chefin Lisa Schirmer. Stolz und ziemlich ausgepumpt ging es dann für die drei unter die verdiente warme Dusche, bevor der Heimweg angetreten wurde.


Als Trainer kann ich nur sagen: Für Jugendliche und Erwachsene war es ein absolut gelungener Tag, ein toller Parcours und viele anspruchsvolle Hindernisse, die einen an die Grenze bringen konnten und jeden Teilnehmer mit einem richtig guten Gefühl nach Hause gehen lassen. Es war alles dabei was den Sport ausmacht: Team- und Kampfgeist, mit Hagel, Regen und Sonne jedes Wetter, Spaß, Herausforderung und am Ende mit der ersten Medaille dieses Jahr beim Lake Run auch eine verdiente Belohnung. Ich bin stolz auf meine Jungs – und das dürfen die heute auch auf sich sein.

Ein letzter Dank an dieser Stelle geht zum einen an Ingo Schaffranka, der uns die Teilnahme in dieser Form überhaupt ermöglicht. Und das noch dazu bei einem Lauf, der sich nicht zu verstecken braucht. Zum anderen aber auch an die Stiftung „Kinder der Gemeinde Möhnesee“, ohne deren Mithilfe wir Aktionen wie diese überhaupt nicht auf die Beine stellen könnten.

Patrick Saal