Tanz um den Vulkan

Da ich nach unserer jährlichen Musikveranstaltung ‚Rock am Schloss‘ auf Schloss Berlepsch einen freien Sonntag hatte, schob ich an diesem besagten freien Tag -dem 26.07.2015- ganz kurzentschlossen den „12. Schottener Vulkan Mountain- Bike Marathon“ zwischen meine Freizeitpläne. So hatte ich zumindest eine Ausrede um nicht mitten in der Nacht mit abbauen zu müssen … hehehe …

Nun, gesagt getan. Wecker um 5Uhr klingeln lassen und raus zur Morgäähnrunde mit den Hundeviechern, Frühstück, hübsch machen, Auto beladen und pünktlich um 7Uhr auf der Bahn Richtung Schotten … mein Navi spricht von einer Fahrzeit von 2:04Stunden um 10 ist Start, dass passt.

9:12Uhr Ankunft an der Taufsteinhütte auf dem Hoherodskopf. 9° Grad im Schatten und eine amtliche Entenpelle auf den Kurblstampfern, also warmfahren angesagt.

9:45Uhr Startaufstellung

9:46Uhr immer noch 9°Grad, warmfahren für den Sack und wieder Entenpelle.

10Uhr Start in eine kurze Einführungsphase und nach der zweiten Linksbiegung ist das Rennen freigegeben und es geht in einen wunderschönen, fahrtechnisch recht anspruchsvollen Singletrailmarathon rund um den Vulkankegel Hoherodskopf und durch den hohen Vogelsberg bei Schotten.
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Zu fahren waren auf der von mir gewählten Mittelstrecke 58,5km mit 1180 zu überwindenden Höhenmetern in zwei Runden. Das mit den zwei Runden erfuhr ich aber auch erst nachdem ich mich wunderte dass das Ziel, nach einem kräftezehrenden Anstieg über 7km Länge hinauf zum Funkturm auf dem Vulkan, schon so schnell in Sicht kam. Aufklärung brachte die Nachfrage bei einem meiner Mitstreiter der mir von der Seite ins Ohr brüllte „noch 28km!“, uups, also noch mal kurz pinkeln und weiter. Hätte ich mal die Ausschreibung gelesen …

Ich muss zugeben, die insgesamt zwei pro Runde zu erklimmenden Berge waren in der zweiten Runde doch um einiges länger und steiler und ich fragte mich wie die Schottener diese baulichen Veränderungen so schnell hinbekommen haben, oder lag es etwa doch an meinen schwindenden Kräften?! Das wird wohl auf ewig ein Mysterium bleiben …
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Aber diese Singletrails allenthalben, grandios! Besonderen Spaß hatte ich bei einer äußerst schlammigen Abfahrt:

Ich so Vollgas Singletrail, bergab (meine Paradedisziplin) und strack durch ein Schlammloch. In diesem Moment neben mir ein wunderschön sauberes Cannondale Carboni für 10Mille und ein ebenso gewienerter Fahrer, gewandet in feinstem Teamzwirn auf dem Sattel, höchst darauf konzentriert nicht allzu schmutzig zu werden.

Wie gesagt, ich so Vollgas an ihm vorbei … jeder kann sich sicher vorstellen das es dabei ein –sagen wir mal- „wenig“ gespritzt hat.

Er so … „Alter, was stimmt denn bei dir nicht??“

Und ich so … „PIRAT!“ (das wollte ich als Tribut an Johnny Depp schon immer mal raushauen).

Nach der zweiten Runde und ca. 8km vor dem, jetzt tatsächlichen, Ziel dann wieder dieser Hoherodskopf. Übrigens würde ich die Steigung auf diesem Grassingletrail, hinauf zu dem Funkturm auf dem Vulkan und vorbei an einer, mit vor Glückseligkeit jauchzenden Menschen gefüllten, Sommerrodelbahn, als einen der etwas Steileren bezeichnen, also Rettungsring geworfen, Kette Backbord und treten was das Zeug hält, was ein Spaß!

Egal, gleich oben und dann schnell die 1000Meter bergab. Kette Steuerbord und schwupps, Ziel erreicht.

Fazit:

  • Fahrzeiteit: 03:34:55,5h
  • Platz (AK)
  • Schottener Vulkan Bike ist einer der schönsten Marathons und für das kommende Jahr fest in meiner Planung.
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Danke TGV Schotten! Danke an das Wetter und das es im Laufe des Rennen dann doch noch viel zu warm für ein Langarmtrikot wurde und danke an Radsport Bornmann und BMC für mein neues 29“ Hardtail und danke an Euch Piraten und nicht Piraten fürs zulesen!

Bis demnächst hier oder beim Marathon,

Euer Zap (Daniel von Trausnitz)