Orbit360 SH mit Aron

Nachdem Christian Anfang der Woche bereits eine Zeit von 12:04 vorgelegt hatte, sollte es am Samstag für mich auf die Strecke gehen.
Beim Hamburg Orbit hat mich das ganze Zeugs in den Trikottaschen gestört, deshalb hab ich am Freitag noch etwas am Rad gebastelt: Die Luftpumpe am Sitzrohr montiert und Werkzeug etc. in einer 500ml Trinkflasche verstaut und diese mit Halter am Unterrohr montiert.

Wetter war trocken und bewölkt angekündigt, fast ohne Wind.
Samstag klingelte der Wecker wieder früh. Nach kurzem Frühstück fuhr ich locker die 6 km bis zur Strecke.
Meinen Start hatte ich knapp 11 km vorm eigentlichen Startpunkt gelegt, direkt im Tangstedter Forst. Schnell noch ein Foto gemacht, die Strecke geladen und um 6:39 Uhr START gedrückt.
Gleich zu Beginn die wohl wurzeligsten Trails im Tangstedter Forst, bevor es durch Oberrohr-hohes Gras Richtung Costa Kiesa ging.
Diese musste dank Corona-Sperrung umfahren werden, was bereits im aktualisierten Track berücksichtigt war. Kurz darauf folgten weitere Wurzeln, um den eigentlichen Start des Tracks an der Alsterquelle zu erreichen.
Nun folgten bekannte Wirtschaftswege, die teils gut asphaltiert waren, bis Leezen.

Von dort aus etwas nervig: mehrere km auf dem Radweg an der B432. Das war in Bad Segeberg auch überstanden. An der Trave ging es weiter, erst mit Umleitung wegen Bauzaun, um dann später vorm nächsten Bauzaun zu stehen.

Ganz rechts im Matsch habe ich Gravel-Reifenspuren entdeckt: ich war also noch richtig.
Es ging immer weiter gen Nordosten auf gut zu fahrenden Wegen. Das erste Highlight war der Weg am Kellersee nördlich von Eutin, einfach traumhaft.

Das geographische Highlight (höchster Punkt) folgte kurz darauf mit dem Bungsberg.
Wer Kopfsteinpflaster mag, kam wenig später auf seine Kosten: Kassedorf nach Stolpe ist das kleine Paris-Roubaix des Orbit SH.
Aber auch das geht vorbei.
Erster Stop war die Tankstelle am Kreisel in Neustadt. Hier kann man sogar draußen sitzen. Kurzen Statusbericht gesendet: 125 geschafft, 155 folgen noch. Der Stop war mehr als nötig, denn meine Wasserflaschen waren seit ein paar km leer
Nach etwa 10 min ging es weiter und ich dachte kurz, ich wäre auf dem Orbit HH, denn der Track führe durch „Övelgönne“ und „Hof Altona“ in traumhafe Pönitzer Seengebiet.

Es brauchte noch einen Schlenker nach Süden, bevor die Strecke gen Osten abbog und endlich Meer zu sehen war. Es war mittlerweile 13 Uhr und etliche Touris und E-Biker unterwegs, was das Durchkommen etwas erschwerte.
Das wurde nur noch getoppt von der Promenade und Einkaufsmeile in Travemünde.
Zum Glück bog die Strecke ins Hafengebiet ab. Vom Weiten sah ich Christians Liegeplatz und winkte ihm gedanklich zu. Meine 2. Stop hatte ich eigentlich in Kücknitz geplant, aber irgendwie nicht mehr recht auf dem Zettel. So schnell ich in Kücknitz war, war ich auch wieder raus.

Kurz vor Lübeck war dann mal wieder Wasser alle. Komischerweise musste ich bei Schartau an Marmelade denken.
Es folgte eine Stadtrundfahrt durch Lübeck, u.a. am Holstentor vorbei. Allerdings keine Tankstelle in Sicht… Schon fast aus Lübeck raus am Elbe-Lübeck-Kanal links eine Tankstelle, also Treppe hoch und ordentlich nachgetankt. Das war bei km 199. Zusätzlich zu den gefüllten Radflaschen gab es noch 1/2 l Wasser und 1/2 l Apfelschorle ins Trikot. Entlang der Trave weiter nach Reinfeld mit seinen „kleinen“ Wellen, die nach über 200 km schon etwas weh taten. Hinter Bad Oldesloe noch den Anstieg nach Tralau hoch, gefolgt vom nächsten Funkturm am Klingberg.

Mittlerweile bekam ich kein Gel mehr runter. Zum Glück schmeckte der Schokoriegel noch einigermaßen.
Im Zickzack an Sülfeld vorbei ins Nienwohler Moor. Zum Glück bleibt die Strecke dort auf den gut fahrbaren Wegen.
Wer noch Zeit und Kraft hat, sollte sich das Moor rechts der Strecke mal ansehen. Sehr schön dort.
Auf Höhe Kayhude ging es zum Finale am Alsterlauf. Dort hatte ich etwas Konzentrations- bzw. Navigationsprobleme. Von Wulksfelde über den Feldweg endlich Richtung Start des Tages.
Ziel erreicht. Fertig und glücklich. 11:33. STOP. Flasche leer.
Kurz gesammelt und auf den Heimweg gemacht.

So ausgebrannt, dass ich noch einen Eistee an der Tankstelle holen musste.
Die Strecke ist technisch deutlich einfacher als der HH Orbit. Nennenswerte Wurzelpassagen eigentlich nur im Tangstedter Forst bis Alsterquelle und im Segeberger Forst. Die vielen Asphalt-Abschnitte machen die Länge erträglich – man hat das Gefühl, man kommt voran.

Ob man nun mitten durch die Touri-Meile fahren muss, weiß ich nicht. Aber auch das gehört zur Ostsee dazu.
Aron