Snowhite and the Pirate

Ocr´s im Winter sind ja nicht so mein Ding, wie ja alle wissen.

Die Ocr Szene ist ja im Umbruch, was einfach bedeutet das der Sport so langsam professioneller wird. Das hat natürlich auch zur Folge, dass Veranstalter hier das Geld wittern. Das kann gut sein, kann aber auch nach hinten losgehen. Es ist also aus diesem Grund ein Veranstalter aus Russland auf die Idee gekommen in Deutschland Fuß zu fassen. Dieser besagte Veranstalter fing aber nicht klein und ruhig an sondern kam mit einem gigantischen Budget hierher. Facebookwerbung ohne Ende, Freistarts und Rabatte. Die ersten Wochen habe ich dieses ignoriert, weil ja an diesem Tag nicht nur der Geburtstag von Ines ist, sondern auch die JHV. Puuh… also gestorben, dachte ich. Nicht nur ich bekam die Flut an Werbung sondern auch Ines. Diese machte aus Spaß bei dem Gewinnspiel auf einer der diversen Seiten mit. Was passiert wenn man sowieso nicht starten kann/will . Genau Ines hat gewonnen. Läuft bei Ihr, denn Ihr Lauftraining in den letzten Monaten war wie soll ich es formulieren… Naja der Schweinehund hat halt gewonnen bei der Frage Training oder nicht. Wenn man schon einen Lauf gewinnt, der 90€ kostet (die Preisgestaltung war echt übel, aber irgendwie muss es ja finanziert werden) nimmt man auch dran Teil. Ich freu mich Ocr´s im Winter. Also ist Ines mit einer Disziplin ist Training eingestiegen die ich selten gesehen habe. Fünf Kilometer hier, 6 Kilometer da.
Wow sie wollte es wirklich.
Bei mir schwang ein Mix aus Respekt (2 DNF beim Winter Ocr) und Spaß mit. Hoch lebe die Wetterprognose ein paar Tage davor… Schnee. Nützt ja nix.
Wir hatten Glück, dass wir in diesem Jahr beschlossen hatten, Fahrgemeinschaften mit einem befreundeten Team zu bilden, den Muddy Unicorns. Also begaben wir uns Samstag morgen um 6 Uhr in Richtung Nürburgring. Hier trafen wir auf weitere Unicorns und auf unseren Freund den Schnee. Auf dem Hinweg war etwas davon da, aber das Wetter schlug um und Ines Nervosität stieg. Aus ein wenig Schnee wurde Schneetreiben und das eine Stunde vorm Start.
Die Anmeldung lief sehr profesionell allerdings merke man sprachlich, dass der Veranstalter seine Leute mit importiert hat.
Wie sagt man so schön : This is the Point of no Return.
Klar wir hätten uns schön ins warme setzen können, um auf die anderen zu warten aber das wäre nicht so unser Ding. Also auf zur Startvorbereitung. Buffs auf Powerbar in die Rückentasche .. das wird schon werden.
Es ging auf die Start- und Zielgrade, leider hat der Veranstalter hier den einzigen Fehler im gesamten Rennen gemacht. Er hat spontan eine Startwelle auf die Strecke geschickt, was zur Folge hatte, dass die Top Athleten (nicht wir) in den Stau gelaufen sind.
Im Startbereich merken wir das dieses Ding, nicht so ohne für uns wird. Meine Gedanken waren da Recht einfach gestrickt: Olli muss Ines ins Ziel bringen egal wie!  Ich wollte es nicht zulassen, dass Sie an Ihrem Geburtstag ein DNF bekommt.
Wie wir in den ersten Kilometern feststellen mussten, war dieses kein langsamer Wischiwaschi OCR Spaßlauf. Denn die Strecke hat zum schnellen Laufen eingeladen.  Naja dann räumen wir das Feld halt von hinten auf….
Nun fing der Kampf der Ines S. an. Natürlich ist es frustrierend hinten zu sein und bereits am Anfang am Limit zu laufen, aber nützt ja nix. Sie ist angetreten also laufen wir.

Das erste Hindernis kam nach knapp 2 km es wirkte sehr hochwertig und vor allem Sicher. Also hoch das Seil und Hey wir haben aufgeholt. Die Marshals pushten Ines über das Hindernis. Es folgten ein paar weitere Standardhindernisse, die aber alle samt perfekt betreut wurden von der Verarbeitung ganz zu schweigen.

Kilometer 6.
Hier waren wir an der magischen Grenze. Warum magische Grenze ? Ich kühlte aus. Denn ich kam nicht in meinen Tritt. Ines sagte mehrmals „Komm Lauf, dir ist kalt“ Nein denn wir Starten zusammen und wir finishen zusammen!

Das ist das Dirt Department!
Ines lief echt auf Kante, aber sie lief.
Also Ines ein Powerbar Gel eingeflößt und weiter. Wir überholten immer mehr Läufer, die sich wohl etwas überschätzt hatten und vor allem schlecht ausgerüstet waren. Nicht mehr letzter..
Was Ines freute machte mir Sorgen denn es kam die 10 Kilometermarke.. weiter war Sie nie gelaufen. Jeder Läufer weiß, dass diese Grenze das erste mal schon was zu sagen hat.
Kilometer 10
Mir war echt kalt und es fing immer heftiger an zu schneien. 2 Stunden auf der Strecke im langsamen Tempo setzen mir zu. Ines war nur noch im Kampfmodus glaube ich zumindest, denn der Ton zwischen uns wurde etwas rauer.
Der letzte Kilometer brach an und wir sahen das Ziel. Normale Männer tragen Ihre Frau ins Bett, über die Schwelle oder sonst wo hin.
Olli trägt Ines ins Ziel.

Zusammengefasst war es ein sehr gut organisiertes Rennen mit mehr als genug Verpflegung und mehr als genug Sanis.
Nächstes Jahr wieder?

Auf jedenfalls wenn die Preisgestaltung angepasst wird.
Next Step Strong Viking Osnabrück

Gruß
Olli Diedam

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