MTB Stevens Cup in Buchholz


Nachdem wir schon einige Marathons mit dem Mountainbike bestritten haben, stand im August, praktisch zum Abschluss der Saison, in Buchholz der Stevens Cup an. Hier ist eher Kurzstrecke und „Cross Country“ angesagt. Ich kenne den Kurs in Buchholz schon von den Crossrennen im Winter. Trainer Jens hat mich aber schon vorgewarnt dass hier noch einiges mehr an Fahrspaß im Angebot sein wird. Er hat nicht zuviel versprochen – das wurde auf den zwei Besichtigungsrunden schon klar, die wir vor dem Rennen gedreht haben. 

Single Trail rauf und runter wurde gewürzt durch ein paar heftige Sprungrampen. Da ich hier noch wenig Erfahrung habe und mich nicht im Rennen zerlegen wollte, wählte ich die „Chicken Line“, also die Alternativroute. Die war langsamer, aber nicht weniger lustig. Bei einer von den dreien musste ich mit meinem breiten Lenker durch gefühlte 30 Zentimeter zwischen zwei Bäumen durch. Damit sollte ich im Rennen noch viel Spaß haben. Ansonsten wurde schon klar wie hart es werden würde: Es ging permanent technisch rauf und runter. Die Anstiege verlangten technisch und konditionell alles. Die Muldenpassage, die mir beim Cross im Winter noch reichlich zusetzte war irgendwie jetzt der einfachste Teil der Strecke. Die spannende Frage war: Wo auf diesem Kurs sollte man bitte auf den 45 Minuten einen Schluck aus der Pulle nehmen? Selbst die Start / Zielgerade war mit Paletten und zwei Hügeln „gewürzt“. 

Kurz darauf ging es mit dem Pulk ins Gefecht. Ich konnte beim Start ein paar Plätze gut machen und hielt mich tapfer bis Runde zwei in einer Dreiergruppe. Bei den technischen Anstiegen konnte ich sogar ein bis zwei mal überholen. Die waren durch Sand und Wurzeln nicht ganz ohne. Jens hatte mir vorher gute Linien gezeigt und die richtige Gangwahl war essentiell um nicht in den Anstiegen zu verhungern.

Leider versuchte einer meiner Mitstreiter mich in der schmalen Chicken Line zum zweiten Sprung zu überholen. Keine gute Idee, vor allem geriet ich dabei im Auslauf etwas zu weit nach links, womit mein Lenker an einem der Bäume hängen blieb. Sofort riss es ihn um 90 Grad herum und ich lag auf der Nase. Zum Glück hat einer der Zuschauer gleich mit „Bitteschön“ mein Rad wieder aufgestellt und ich war wieder im Rennen. Bis auf eine Schramme war alles heil und das Material noch ganz. 

Ich hatte zwar ein paar Plätze eingebüßt und meine Gruppe verloren, war aber froh noch die restlichen Runden fertig fahren zu können. Insgesamt ließ ich trotz Sturz 5 Leute hinter mir. Neben der Tatsache ein Rennen auf einem so harten Kurz gefinished zu haben, für mich Grund genug zum Feiern. Nächstes Jahr nehme ich die Sprünge ohne Chicken und in vollem Schwung mit, dann lande ich mit Glück noch weiter vorne. 

Rock and roll Euer Flying Elvis aka Stefan von Gagern

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